Zum herausfinden von Elekrtikfehlern reicht ein billiges Multimeter, welches man in jedem Baumarkt oder Elektronikerladen bekommt. Wenn ein System ausgefallen ist, ist meistens nur ein Bauteil kaputt. Die häufigste Schaltung besteht dabei aus einem Schalter, einem Verbraucher ein paar Kabeln und natürlich der Stromversorgung. Nehmen wir mal an, unsere Hupe funktioniert nicht. Dazu nehmen wir uns mal einen Schaltplan, um zu sehen, wie das Hupensystem aufgebaut ist (der Schaltplan ist von einer RD250, was aber egal ist, da das Prinzip der Verkabelung, bis auf die Farbkodierung, bei fast allen Motorrädern ähnlich ist):

| Bauteile: | Farbkodierung: | ||
| 1. rechte vordere Blinkleuchte
2. Bremslichtschalter vorne 3. Unterbrechungsschalter 4. Beleuchtungsschalter 5. Ausschalteinheit 6. Zündspule 7. CDI Einheit 8. Masse (Rahmen) 9. Leerlaufschalter 10.Wechselstrommagnetzünder (Anm. auch Lichtmaschine) 11.Ölstandanzeige 12.rechte hintere Blinkleuchte 13.Schluss/Bremsleuchte 14.linke hintere Blinkleuchte 15.Sicherung 16.Regler/Gleichrichter 17.Motorstoppschalter 18.Blinkrelais 19.Batterie |
20.Thermofühler
21.Hupenschalter 22.Überholungsschalter (Anm. Lichthupe) 23.Blinkerschalter 24.Aufblendschalter 25.Signalhorn 26.linke vordere Blinkleuchte 27.Zündschloß 28.Positionslampe 29.Scheinwerfer 30.Zungenschalter 31.Instrumentenbeleuchtung 32.Ölwarnleuchte 33.Leerlaufkontrolleuchte 34.Fernlicht 35.Blinkleuchte 36.Blinkleuchte 37.Instrumentenbeleuchtung 38.Temperaturanzeige |
Dg Dunkelgrün
Ch Dunkelbraun Sb Himmelblau Br Braun L Blau Y Gelb B Schwarz G Grün R Rot P Rosa W Weiß B/R Schwarz/Rot B/W Schwarz/Weiß G/Y Grün/Gelb G/W Grün/Weiß Br/W Braun/Weiß Y/W Gelb/Weiß L/W Blau/Weiß W/R Weiß/Rot R/Y Rot/Gelb |
L/R Blau /Rot
|
Alles klar? Also ich seh momentan nur viele schwarze Striche. Deswegen zeichnen wir erst mal auf, wie die Elektronen von der Batterie über diverse Kabel und Schalter zur Hupe, und von dort zur Batterie zurück krabbeln :-)

Das ist der komplette Stromkreis. Dabei haben wir uns allerdings auch gleich die gesamte "Stromqelle" unseres Mopeds mit angeschaut, nämlich das braune(Br) Kabel. Das ist nämlich unsere "Haupt-Plus-Leitung", wenn die Zündung eingeschaltet ist. Da aber alles andere an unserem Moped funktioniert (,also auch das braune Kabel heil ist), brauchen wir uns nur mit folgendem beschäftigen: Braunes Kabelende zu den Hupen - Hupen - zweiter Stecker - Hupenknopf - erstes Kabelstück zum Batterieminus.

Da ich hier nicht alle potentiellen Fehlerquellen aufführen kann, die an unseren Motorrädern auftreten, gebe ich hier ein paar grundsätzliche Daten an , die bei den meisten Motorrädern zutreffen:
Zündspulen: Primärseite: 5 Ohm (bei billigen Multimetern wird Durchgang angezeigt); Sekundärseite: 5Kiloohm (Zündkabelseite)
(NGK-)Zündkerzenstecker: 5kOhm
Pick Up's(Zündzeitpunktgeber): 300-600kOhm
Glühlampen: 0Ohm (das sind keine "normalen" Wiederstände, sondern haben ihren "Betriebswiederstand" erst, wenn sie leuchten. Achtung: Die Dinger haben mich schon öfters genarrt. Erst gingen sie kaputt, und dann kamen die Glühfadenenden durch Vibrationen wieder zusammen. Durch die dann höhere Leistungsaufnahme flogen dann in schöner Regelmäßigkeit die Sicherungen raus :-( )
Glühlampen zum zweiten: Wenn die Glühlampen andauernd durchbrennen, kann man entweder versuchen sie von den Motorvibrationen zu entkoppeln, oder ein bis zwei Dioden in Reihe davor schalten(auf die Polung achten). Die "zwacken" pro Diode ca. 0,6V ab. Aber vorsichtig, Die Leuchtkraft sinkt überproportional, da sie nicht nur geringer wird, sondern sich auch in den Gelblichtbereich verschiebt.(Gut im Wohnzimmer zu beobachten, wenn man Dimmer hat.)
Lichtmaschinenspulen: 0Ohm, 30V~ bei ca. 3000u/min (zwischen je zwei Spulen)
Spannung an Batterie bei laufendem Motor (ca.3000u/min) 14-14,5 V
Ein defektes Blinkrelais kann man schnell erkennen, wenn man das Pluskabel des Blinksteckers mit der Leitung Richtung Blinkerschalter verbindet (NICH mit dem Massekabel verwechseln!). Wenn man jetzt Blinken will, leuchten die entsprechenden Blinker dauernd.
Hupen: Die kann man oft wieder aktivieren wenn sie nicht mehr wollen: Ordentlich Rostlöser zwischen die Blechmembrane und das Gehäuse sprühen, und dann direkt an eine Batterie anschließen. (Die sind meistens nur festgegammelt, weil sie selten benutzt werden. Also ab und zu einen Druck aufs Knöpfchen :-) )
Startrelais: die kleinen Anschlüsse direkt an die Batterie( eventuell die Pole wechseln), einen Schraubanschluß an die Batterie, den anderen an eine Glühlampe, und von dort aus an den anderen Batteriepol. Wenn die kleinen Anschlüsse an der Batterie liegen, muß es einmal geklickt haben, und die Blühbirne leuchten.
Starter (Anlasser): mit einem Schraubenschlüssel oder Zange die Schraubanschlüsse am Startrelais überbrücken (achtung, das gibt einen kräftigen Funken); dann muß der Starter sich drehen.(Kommt dabei blos nicht an den Rahmen, die Batterie ist durch keine Sicherung geschützt.) Sollte der Starter im Betrieb fürchterliche Geräusche machen, liegt das meistens nicht an ihm, sondern an der Übertragung zur Kurbelwelle. (XZ550-Fahrer können davon ein Lied singen :-( )
Starter zum zweiten: Bei älteren Motorrädern dreht er manchmal nur sehr müde durch, obwohl alles i.O. scheint: Dann sind oft die Schleifkontakte am Starterrotor durch Abreißfunken verschlissen (z.B. XJ550 oder CB750). Da die Starter sehr teuer sind, hilft folgendes: Starter ausbauen und zerlegen. Dann den Rotor in eine Drehbank einspannen (lassen) und die Kupferkontakte so weit runter drehen, bis sie wieder plan sind. Die Zwischenräume zwischen den Kontakten kann man mit einen Cutter wieder frei schneiden. Dann muß man noch die Kabel der Kohlekontakte etwas verlängern, damit sie wieder sicheren Kontakt haben. (Das ganze ist zwar etwas fummelig, aber man spart bis zu 1000,--DM. :-) )
So, das war's erst mal. Wenn Ihr einen Tipp habt, könnt Ihr ihn gerne mailen :-)